Besucherrekord beim Autofreien Volmetal

Groß und Klein am Start beim Autofreien Volmetal © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Ob Groß oder Klein, Radler aller Generationen nutzten die gesperrte Bundesstraße zu einem Ausflug. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Sonne strahlt auf der B 54

22.000 auf der gesperrten Bundesstraße unterwegs

Märkischer Kreis Das war ein Start nach Maß für das Autofreie Volmetal. Bei strahlendem Sonnenschein ging der Tross der Radler, angeführt von Landrat Thomas Gemke, von Meinerzhagen aus auf die 21 Kilometer lange Strecke der für den Autoverkehr gesperrten Bundesstraße 54 bis Schalksmühle.

Die Radler konnten es kaum erwarten. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper musste den Tross der Fahrradfahrer am offiziellen Startpunkt in Meinerzhagen zurückhalten. Die 21 Kilometer lange Strecke war noch nicht freigegeben. Sicherheit geht eben vor. Erst pünktlich um 11 Uhr wurden die Radler, Spaziergänger, Skater und Waker auf die Bundesstraße 54 gelassen, nachdem über Funk das Okay von der Polizei gekommen war.

 Kreisdirektorin Barbara Dientel-Kümper wartete am Handy auf das Okay für die Freigabe der Strecke. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Kreisdirektorin Barbara Dientel-Kümper wartete am Handy auf das Okay für die Freigabe der Strecke. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Landrat Thomas Gemke konnte schon zur offiziellen Begrüßung der inzwischen vierten Auflage auf dem Lidl-Parkplatz in Meinerzhagen mehrere Hundert Schaulustige willkommen heißen. Darunter die Bürgermeister der Volmetalgemeinden, Land- und Kreistagsabeordnete, Vertreter von Vereinen, Parteien und Vebänden.

„Irgendwann muss es uns doch mal gelingen, die 21 Kilometer zu fahren, ohne nass zu werden“, wünschte Gemke allen aktiven Radlern und den vielen Helfern an den Ständen zwischen Schalksmühle und Meinerzhagen einen „sonnigen Tag“. Rund 120 Vereine und Organisationen präsentieren sich entlang der Bundesstraße.

Der Lidl-Parkplatz in Meinerzhagen war schon vor dem offiziellen Start gut gefüllt. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Der Lidl-Parkplatz in Meinerzhagen war schon vor dem offiziellen Start gut gefüllt. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath wünschte den Teilnehmern auf und entlang der Strecke „einen schönen Tag im Freien.“ Darunter auch einige Gäste aus Meinerzhagens französischer Partnerstadt. Nesselrath dankte auch stellvertretend für die Bürgermeister der Anrainer-Kommunen den vielen Helferinnen und Helfern, die diese Großveranstaltung erst möglich machen. Weit über 400 waren rund um die Veranstaltung „Autofreies Volmetal“ im Einsatz.

Insgesamt waren die Hilfsorganisationen mit knapp 180 Einsatzkräften auf der Strecke. 36 vom Rettungsdienst, 62 vom Technischen Hilfswerk, 33 von der Polizei und dem Sicherheitsdienst. Im Meinerzhagener Rathaus versammelte sich ein 30-köpfiger Einsatzstab unter der Leitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Michael Kling. Im Lüdenscheider Kreishaus waren zusätzlich 18 Personen vorsorglich in Bereitschaft.

Die Strecke war von Beginn an gut genutzt. Die Fahrbahn war rappelvoll und das Interesse der Radler an den Ständen war groß. Überall herrschte prächtige Stimmung bei immer mehr einsetzendem Sonnenschein. Bis Mittag waren dem Einsatzstab im Meinerzhagener Rathaus einige wenige leichte Stürze gemeldet. Hautabschürfungen waren die Folge. Bei einer werdenden Mutter in Schalksmühle setzten pünktlich zum Start des Autofreien Volmetals um 11 Uhr die Wehen ein. Sie wurde mit dem Rettungswagen unter Polizeibegleitung in ein Hagener Krankenhaus gebracht.

Am Stand des Märkischen Kreises konnte Gundo Nix vielen Interessierten weiterhelfen.

Am Stand des Märkischen Kreises konnte Gundo Nix vielen Interessierten weiterhelfen. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

22.000 Radler, Skater, Walker, Spaziergänger und Wanderer waren bei der vierten Auflage des Autofreien Volmetals unterwegs. Bei strahlendem Sonnenschein bedeutete das Besucherrekord. Für die Sicherheitskräfte war es mit 30 Einsätzen ein eher ruhiger Sonntag.
Die Veranstalter und Standbetreiber bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Die vierte Auflage des Autofreien Volmetals war eine rundherum gelungene Veranstaltung.

Gut 22.000 Radler, Skater, Walker, Spaziergänger und Wanderer wurden in der Zeit zwischen 11 und 18 Uhr auf der für den motorisierten Verkehr gesperrten B54 gezählt. Das waren 7.000 mehr als noch vor zwei Jahren. Ein Grund für den Besucherboom neben den Angeboten und Aktionen an 120 Ständen entlang der Strecke sowie an den beiden Einstiegspunkten in Meinerzhagen und Schalksmühle war sicher das prächtige Sommerwetter. Endlich einmal war die Veranstaltung auch vom Wettergott verwöhnt.

Ganze Familien machten sich per Pedes auf den Weg über die gesperrte B54.

Ganze Familien machten sich per Pedes auf den Weg über die gesperrte B 54. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Weitestgehend entspannt erlebten die rund 180 Sicherheitskräfte sowie die Mitglieder der eigens eingerichteten Einsatzstäbe im Meinerzhagener Rathaus und im Lüdenscheider Kreishaus die Großveranstaltung. 30 Einsätze waren den Tag über gemeldet worden. Zumeist handelte es sich um Kreislaufprobleme bei Personen, die sich offensichtlich zu viel zugemutet hatten. Leider gab es auch einige Stürze, die glücklicherweise alle glimpflich verliefen.

Die Polizei beschäftigte sich kurzzeitig mit der Suche nach zwei vermissten Kindern, die wenig später wohlbehalten wieder auftauchten. Bewährt haben sich auch die Straßensperren mit MVG-Bussen. Nach den Vorkommnissen in Berlin und Nizza wurden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal erhöht. „Für eine solche Großveranstaltung mit so vielen Teilnehmern war das Einsatzaufkommen sehr gering“, bilanzierte der stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Kling, Leiter des Einsatzstabes im Meinerzhagener Rathaus.

Die Polit-Prominenz informierte sich beim RAAM-Ream über deren Projekt.

Die Polit-Prominenz informierte sich beim RAAM-Ream über dessen Projekt. © Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Nicht fehlen durfte das RAAM-Team (Race Across America). Die vier Radsportler wollen im Jahr 2019 die USA von der West- zur Ostküste auf ihren Rennrädern durchqueren – fast 5.000 Kilometer. Das Autofreie Volmetal nutzten sie zum einen um für ihre Sache zu werben, zum anderen um Halvers Bürgermeister Michael Brosch mit einer Rikscha über die 21 Kilometer lange Strecke zu chauffieren. Zufrieden zeigte sich auch die Klimaschutzbeauftragte des Kreises, Petra Schaller. Beim Verkauf von Thermobechern, die die Märkischen Kliniken zur Verfügung stellten, kam ein Erlös von 211 Euro für das Hospiz Mutter Teresa in Iserlohn-Letmathe zusammen.

Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath fasste es am Nachmittag im Rathaus so zusammen: „Eine tolle Veranstaltung und eine ausgezeichnete Organisation. Meinen Dank dafür.“ In die Freude über das gelungene Fest mischte sich bei den Verantwortlichen auch etwas Wehmut darüber, dass es das letzte Autofreie Volmetal gewesen sein könnte. Denn bei einer Neuauflage in zwei Jahren müssten zusätzlich zum bereits großen Sicherheitsaufkommen 26 Bahnübergänge gesichert werden. Das könnte den personellen und finanziellen Rahmen der Veranstaltung sprengen.

Weitere Informationen gibt es unter www.maerkischer-kreis.de.

Märkischer Kreis, Öffentlichkeitsarbeit / Tourismus, Heedfelder Straße 45, 58509 Lüdenscheid, Telefon 02351/966-6150, Fax 02351/966-6147

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