100-Lux-Grenze durchbrochen

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Firma Busch und Müller, Meinerzhagen

Betriebsbesichtung bei Busch und Müller: Guido Müller, Jochen Schröder (GWS), Landrat Thomas Gemke und Dr. Rainer Müller. Foto: © Foto: Ulla Erkens/MärkischerKreis

Weltmarktführer in der Fahrrad­beleuchtung

Märkischer Kreis Von der Innovationskraft des Familienunternehmens Busch und Müller in Meinerzhagen überzeugten sich Landrat Thomas Gemke und Jochen Schröder, Geschäfts­führer der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis, bei einer Betriebs­besichtigung.

Das Unternehmen Busch und Müller, dessen Geschäftsführung sich Dr. Rainer Müller und sein Sohn Guido Müller teilen, ist Weltmarkt­führer im Bereich der Fahrradbeleuchtung. Das E-Bike-Licht, das Tagfahrlicht, das Fernlicht oder das Standlicht sind Beispiele der neueren Entwicklung. “Bei den Dynamo-Scheinwerfern durchbrechen wir die 100-Lux-Grenze”, machte Guido Müller deutlich. Um dem Licht die präzise Richtung zu geben, ist eine lange Reihe von physikalischen Berechnungen, Messungen im Lichtlabor und Korrekturen im Prototypenbau nötig. Am Ende der Fertigung werden jeder Scheinwerfer oder jedes Rücklicht in allen Funktionen geprüft. Das erfordert viel Handarbeit. Wie sich das Fahrradlicht im Lauf der Zeit verändert hat, zeigte Guido Müller anschaulich anhand eines diffus trüb gelb leuchtenden Halogen­scheinwerfers und eines taghellen LED-Lichts.

“Alles begann 1925 mit Katzenaugen.”

Dr. Rainer Müller, Seniorchef

Busch und Müller fertigen aktuell über 500 verschiedene Produkte für die Zweirad­industrie. “Alles begann 1925 mit Katzenaugen”, erzählte Dr. Rainer Müller. Sein Vater Willy, damals erst 16 Jahre, gründete gemeinsam mit dem Werkzeug­macher­meister August Busch die Firma. Am Anfang lief sie eher schlecht als recht. Das änderte sich 1930, als die Anbringung von Reflektoren, sogenannten Katzenaugen, am Fahrrad Pflicht wurden. In den Fünfzigerjahren Jahren kam zu den Beleuchtungssystemen die Produktion von Autospiegeln zunächst für Opel hinzu. Zur heutigen Produktpalette gehören auch Beleuchtungssysteme und Motorradspiegel für BMW, die eine hohe Qualitätssicherung einfordern. Rund 230 Mitarbeiter arbeiten am Standort Meinerzhagen, darunter etwa 30 Entwickler in den Bereichen, Elektronik, Licht, Konstruktion, Werkzeugbau- und Design.

Fahrradbeleuchtung - Firma Busch und Müller, Meinerzhagen

Die neue Fertigungshalle von Busch und Müller. © Foto: Ulla Erkens/MärkischerKreis

“Wir konstruieren fast jedes Bauteil selbst und wir machen die Werkzeuge dazu”, stellte Dr. Rainer Müller den Aufwand dar. Seit 95 Jahren wächst der Betrieb kontinuierlich. Erst 2016 kam ein Erweiterungsbau mit rund 5000 Quadratmetern hinzu, um Platz für neue Maschinen zu schaffen und die Fertigungsstrecke neu zu organisieren. “Heute sind die insgesamt 14.000 Quadratmeter fast schon wieder zu eng”, sagte der Seniorchef. Allein im letzten Jahr hat das Unternehmen 60 neue Mitarbeiter angestellt. “Die Klimadiskussion spielt der Fahrradproduktion in die Karten und natürlich die wachsende Nachfrage bei den E-Bikes”, erklärte Guido Müller den Boom.

“Die Klimadiskussion spielt der Fahrradproduktion in die Karten.”

Guido Müller, Geschäftsführer der Firma Busch + Müller

Um qualifizierte Fachkräfte anzuwerben, will Busch & Müller neue Wege gehen. Auf einer riesigen LED-Wand an ihrem Firmengebäude schreibt sie jetzt ihre Stellengesuche aus. Jochen Schröder von der GWS bot sich als Mittler an, um Kontakte zu Nachwuchs­kräften an den (Fach-) Hochschulen und Lichtinstituten zu knüpfen. Landrat Thomas Gemke informierte die Geschäftsführer über das Unternehmens­netzwerk im Verein Wirtschaft für Südwestfalen, das unter anderem Unternehmen auch bei den Themen Standortmarketing, Recruiting und Employer Branding unterstützt.

Fahrradbeleuchtung - Firma Busch und Müller, Meinerzhagen

Landrat Thomas Gemke, (2.v.re.) und Jochen Schröder von der GWS besuchten das Familienunternehmen Busch und Müller in Meinerzhagen. © Foto: Ulla Erkens/MärkischerKreis

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