Meinerzhagen wird bunter

Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband / Fraktion, Stadt Meinerzhagen

Vorbereitungen für die Anlage eines Blühsteifens an der Streuobstwiese (Handweiser, Meinerzhagen): Mit der Einsaat von Wildblumen wollen die Meinerzhagener Grünen ein Zeichen setzen, um dem Insektensterben durch Aussaat von Wildblumen entgegen zu wirken, indem neue Lebensgrundlagen (Kleinst-Biotope) geschaffen werden. © Foto: Rüdiger Kahlke

Wildblumenstreifen am Handweiser

Grüne starten Aktion gegen das Insektensterben – Aufwertung des Stadtbildes

Meinerzhagen „Ach ja.“ „Stimmt“ – Gängige Kommentare, wenn jemand darauf hinweist, dass man früher im Sommer bei jedem Tank-Stopp auch die Scheiben reinigen musste. Inzwischen sind von Insekten verklebte Frontscheiben kein Thema mehr. Der Grund: das Insektensterben. Den Zustand beklagen ist das Eine. Etwas dagegen zu tun, haben sich die Meinerzhagener Grünen vorgenommen. An der Südumgehung entsteht eine Insekten-Autobahn.

Versuchsweise wird die Streuobstwiese am Handweiser mit Wildblumen eingesät. Der Rat hatte einem entsprechenden Antrag der Grünen im Herbst 2017 zugestimmt. In Zusammenarbeit mit dem Bauhof, der den Boden entsprechend aufgebrochen und vorbereitet hat, soll der Sommer an der Marienheider Straße richtig bunt werden. Auf dem etwa 100 Meter langen Streifen an der Streuobstwiese werden mehrjährige Mischungen von Wildblumen-Saaten ausprobiert.

Start der Aktion ist am Samstag, 28. April. Mit der Einsaat wollen die Grünen auf das Insektensterben aufmerksam machen und zeigen, wie die Artenvielfalt erhalten werden kann. Wildblumen sind eine ideale Nahrungsquelle für Insekten. Sie bilden einen Gegenpol zu landwirtschaftlichen Monokulturen und sei setzen farbliche Akzente, sind also ein Hingucker. Meinerzhagen wird damit am Ortseingang deutlich bunter und freundlicher.

Schon die Anlage der Streuobstwiese vor sechs Jahren hatte zum Ziel die Artenvielfalt zu erhalten. Die Wiese, die auf Initiative der Grünen mit alten heimischen Obstbäumen bepflanzt worden ist, gilt nach Angaben des Naturschutz-Verbandes BUND als größte innerstädtische Streuobstwiese in Südwestfalen. Sie wird jetzt durch den Blühstreifen aufgewertet – ein Insekten-Eldorado, so hoffen die Initiatoren.

„Erst stirbt die Biene, dann der Mensch“

Aus der Sorge von Naturschützern vor dem Verlust der Artenvielfalt ist ein gesellschaftliches Thema geworden. Das Insektenserben, vielfach als Bienensterben verkürzt dargestellt, wird zunehmend zum Problem. Befeuert wurde das Thema im Herbst 2017 durch eine Studie. Forscher aus Krefeld haben durch Zählungen in verschiedenen Schutzgebieten an über 60 Standorten festgestellt, dass die Zahl der Fluginsekten seit knapp drei Jahrzehnten und 75 Prozent zurückgegangen ist. Grund sind vor allem chemische Spritzmittel in der Landwirtschaft, aber auch Monokulturen, die weniger Nahrungs- und Lebensraum bieten. Insekten wiederum sind wichtig für die Bestäubung der Pflanzen und damit für Ernteerträge. Mit den Insekten verschwindet aber auch die Nahrungsgrundlage für andere Tiere. Ein Teufelskreis, der das Öko-System aus dem Gleichgewicht bringt. Für den Nobelpreisträger Albert Einstein war der Zusammenhang schon vor Jahrzehnten klar: „Erst stirbt die Biene, dann der Mensch“.

Bessere Lebensgrundlagen für die Insekten

Grünen-Sprecher Karl Hardenacke. „Mit etwas gutem Willen lassen sich für die Insekten bessere Lebensgrundlagen schaffen. Die geplanten Blühstreifen nützen nicht nur dem Öko-System. Sie sind auch eine Bereicherung der Landschaft und eine Augenweide für Menschen, die sich noch etwas Sinn für die Natur bewahrt haben. Wir freuen uns, dass der Rat und die Verwaltung das Anliegen unterstützen.“ Die Grünen hoffen, dass es nicht bei dem einen Streifen am Handweiser bleibt. Hardenacke: „Jeder kann selbst auf seinem Grundstück oder auf dem Balkon einen kleinen Beitrag zur Artenvielfalt leisten,“ Interessierte können sich kostenlos mit Saatgut eindecken. Aber auch Helfer sind bei der Saat-Aktion am Samstag, 28. April, ab 14 Uhr, willkommen. Die Waldjugend will die Aktion unterstützen und im Sommer auch Insektenhotels aufhängen. Auch das ist eine Erkenntnis der Studie zum Insektensterben: Nistmöglichkeiten helfen die Arten zu erhalten.

Wildblumen-Samen gibt es in verschiedenen Mischungen für unterschiedliche Standorte.
Tipps zur Anlage von Wildblumen-Streifen: www.rieger-hofmann.de

Weitere Informationen gibt es unter www.gruene-meinerzhagen.de

Bündnis 90/Die Grünen, Meinerzhagen, Paolino Barone, Gartenstraße 7
58540 Meinerzhagen, Telefon 02354/949806, p.barone@gmx.de

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Ein Kommentar zu “Meinerzhagen wird bunter

  1. Richard Arnott

    Großartig! Für mich ist Meinerzhagen ein gutes Beispiel einer grünen Stadt, nicht zuletzt wegen ihrer vielfältigen Landschaft. Viel Erfolg für ein weiteres Gedeihen!