Endlich Fahrplanwechsel

Regionalbahn 25: Heute am frühen Mittag feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Meinerzhagen – Lüdenscheid-Brügge. Ab Sonntag gibt es stündlich Anschluss nach Köln und alle zwei Stunden nach Lüdenscheid. 2017 © Fotos: Stefanie Schildchen

Sonderfahrt bei Schneegestöber

Reaktivierung der Bahnstrecke Meinerzhagen nach Lüdenscheid-Brügge schießt die Lücke im Netz / Ab dem morgigen Sonntag verbindet die Regionalbahn 25 (Oberbergische Bahn) stündlich Köln mit Meinerzhagen und wird zweistündlich bis Lüdenscheid verlängert

Meinerzhagen Die Reaktivierung der Strecke ist heute, am Vortag des Fahrplan­wechsels, im Rahmen einer Sonderfahrt mit dem Zug von Meinerzhagen nach Brügge und zurück feierlich eröffnet worden.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie SchildchenMit dem Fahrplanwechsel kann endlich die letzte Lücke der Bahn­verbindung Köln – Meinerzhagen – Lüdenscheid geschlossen werden. Ab dem morgigen Sonntag, 10. Dezember 2017, verbindet die Regionalbahn 25 (Oberbergische Bahn) stündlich Köln mit Meinerzhagen und wird zweistündlich bis Lüdenscheid verlängert. In Lüdenscheid-Brügge gibt es von der RB 25 kurze Anschlüsse zur RB 52 nach Hagen beziehungs­weise Dortmund.

Damit erfolgt der endgültige Lückenschluss im Schienennetz zwischen Köln und Lüdenscheid. Die Fahrtzeit für die Gesamtstrecke Lüdenscheid – Köln beträgt rund zwei Stunden. Der Fahrpreis im NRW-Tarif beträgt 24,60 Euro (Einzelfahrschein, günstigere Angebote mit Pauschalpreistickets oder Gruppentickets möglich). Für die Verlängerung der Verbindung ab Meinerzhagen hat der NWL zusätzlich rund 163.000 Zugkilometer pro Jahr bestellt und finanziert. Diese Leistungen werden von der DB Regio NRW innerhalb des Verkehrsvertrages für das „Vareo-Netz“ gefahren. Zum Einsatz kommen neue Dieseltriebwagen der Baureihe LINT 81 der Firma Alstom, die baugleich mit den bereits heute verkehrenden Vareo-Fahrzeugen sind.

Ein Wermutstropfen bleibt: Aufgrund notwendiger Planfeststellungsbeschlüsse wegen Lärm­schutz für den Bahnhof und die Kreuzungsgleise in Kierspe können die Halte Kierspe und Halver-Oberbrügge noch nicht angefahren werden. Erst wenn die erforderlichen Beschlüsse für Kierspe vorliegen, kann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nach Fertigstellung der Bau­maßnahmen in Kierspe kann die Regionalbahn 25 einen durchgehenden Stundentakt bis Lüdenscheid fahren.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie Schildchen

Der Weg nach Lüdenscheid beziehungsweise Hagen und Dortmund ist frei, das Band wurde im Rahmen eines kleinen Festakts durchschnitten.

Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath sprach am Samstag auf dem Bahnhof zu geladenen Gästen.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie Schildchen

Bitte Türen schließen: Die erste Fahrt nach Lüdenscheid.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie Schildchen

Alle Zeichen auf Grün: Mit dem Fahrplanwechsel kann endlich die letzte Lücke der Bahn­verbindung Köln – Lüdenscheid geschlossen werden.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie Schildchen

Zum ersten Mal seit Langem zwei Züge im Meinerzhagener Bahnhof.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie Schildchen

Die Lok war zur Sonderfahrt festlich geschmückt.

Regionalbahn 25: Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid © Foto 2017: Stefanie Schildchen

Start in eine neue Ära, der Zug nach Lüdenscheid verlässt den Bahnhof Meinerzhagen.

Autofahrer aufgepasst, die Bahn kommt

Elf Bahnübergänge auf reaktivierter Strecke zwischen Meinerzhagen und Brügge / Bahn informiert mit Präventions­kampagne „Sicher drüber“

Meinerzhagen Die Bahnstrecke von Meinerzhagen über Brügge nach Lüdenscheid wird ab dem morgigen Sonntag, 10. Dezember 2017, wieder planmäßig mit Personen­zügen befahren. Täglich fahren dann von 5 bis 23 Uhr im Zweistundentakt insgesamt 22 Züge von Lüdenscheid nach Köln und zurück. Es kann aber auch außerhalb dieser Zeiten zu Zugverkehr kommen.

Die Deutsche Bahn AG nimmt dies zum Anlass, die Straßenverkehrsteilnehmer, also sowohl Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger noch einmal ausdrücklich auf das erhöhte Verkehrs­aufkommen aufmerksam zu machen. Denn grundsätzlich gilt: Der Zug hat Vorfahrt.

Auf der Strecke befahren die leisen Dieseltriebwagen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern elf Bahnübergänge, von denen fünf durch Blinklichtanlage und/oder Schranken gesichert sind. Die bestehende Technik wird hier in 2018 erneuert.

Drei Bahnübergänge technisch nicht gesichert

Sechs Bahnübergänge an Feld- oder Waldwegen sind derzeit technisch noch nicht gesichert. Hier gilt das Andreaskreuz – ähnlich dem Stoppschild auf der Straße. Außerdem geben die Lokführer Pfeifsignale vor dem Bahnübergang. Die technische Sicherung ist hierbei für 2018 vorgesehen.

Bisher wurde die Strecke nur unregelmäßig von Güterzügen mit niedriger Geschwindigkeit befahren.

Es handelt sich hier um folgende Bahnübergänge:

  • „Bollwerkst. II“ und „Volme I (Hagener Straße)“: gesichert mit Blinklichtanlage und Halbschranken
  • „Haus Rhade“,“Bollwerkstraße I“, „Volme II (Herlinghauser Weg)“ : gesichert mit Blinklichtanlage
  • „Eiskeller“, „Sankel“ und „Gemeindeweg (Bahnkm32,604)“: gesichert durch Andreaskreuz und Pfeifsignale.

Die Züge fahren mit max 20 Stundenkilometern. Die Bahnübergäbe in Kierspe (Fußweg) und Windfuhr bleiben bis zur technischen Sicherung dauerhaft gesperrt.

Streckengeschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer erhöht

Die Bahnübergangsunfälle sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen und mit einer Zahl von 140 auf niedrigstem Niveau. Gleiches gilt für die Zahl der Kreuzungen von Schiene und Straße, die mit 16.871 Anlagen im Netz der Deutschen Bahn ebenfalls einen historisch niedrigen Wert erreicht hat. Vielen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern ist die Bedeutung des Andreaskreuzes und der Sicherungsanlagen am Bahnübergang oft jedoch nicht richtig bekannt. Das belegen verschiedene Studien mit teils erschreckenden Ergebnissen. Um die Straßenverkehrsteilnehmerweiter über das richtige Verhalten am Bahnübergang zu informieren, ist die erfolgreiche Präventionskampagne „sicher drüber“ nach umfassendem Relaunch im 15. Jahr ihres Bestehens gerade neu durchgestartet. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.sicherdrueber.de.

Fakten zu Bahnübergängen
  • In NRW gibt es 2.079 Bahnübergänge, davon sind 460 nicht technisch gesichert.
  • Bundesweit hat sich die Zahl der Bahnübergänge seit 1950 mehr als halbiert.
  • Die Zahl der Unfälle konnte in NRW seit 2013 von 34 auf 20 (2016) gesenkt werden.
  • Bundesweit ist die Zahl der Bahnübergangsunfälle seit 1995 durch kontinuierliche Aufklärung und Beseitigung von Bahnübergängen um gut drei Viertel gesunken: von 603 auf 140 Unfälle im Jahr.
Weitere Informationen

Vareo – Oberbergische Bahn, RB 25
Bahnstrecke Hagen – Dieringhausen (Wikipedia)
Bahnstrecke Meinerzhagen – Lüdenscheid neu eröffnet (LN)
Volmetalbahn: Von Lüdenscheid direkt nach Köln (WDR)
Eisenbahn im Volmetal

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