Im Kreis der Spinnerinnen

Spinntreffen - Spinnenrinnen tauschen sich aus

Von Flauschig bis glatt: Wie aus Wolle Garn entsteht

Siebtes offenes Spinntreffen, diesmal in der Töpferei “Hoppe Keramik” an der Kirchstraße / Alles dreht sich – es braucht nur ein paar Fasern und etwas Fingerfertigkeit

© Text und Fotos: Stefanie Schildchen

Meinerzhagen In den Räumen der Töpferwerkstatt von Tanja Hoppe an der Kirchstraße bauten die Frauen ihre Spinnräder auf. Anfängerinnen und Profis spannen munter drauf los und fachsimpelten dabei über Wollqualitäten und gaben Verarbeitungstipps.

Ein Teilnehmerin aus Köln verarbeitete Alpaka-Wolle mit dem Kardiergerät, das ist eine Walze, mit einer Handkurbel angetrieben, die die Fasern ordnet. Heraus kommt eine Art Vliesmatte, die sich gut weiterverarbeiten lässt.

Die anderen präsentierten den Besuchern ihre Räder: ein Reisespinnrad zum Klappen, welche mit Doppeltritt oder nur einem Pedal, Modelle für Anfängerinnen und für Fortgeschrittene. Eine Teilnehmerin aus Bergisch-Gladbach spinnt auf einem der Marke „Ashford“ aus Neuseeland in Buchenholz, neben ihr eine Plettenbergerin mit einem aus Niederländischer Manufaktur.

„Spinnen lässt sich eigentlich alles, sogar Hundewolle“, sagt Beate Hoppe, die das Treffen organisierte. Sie hatte auch verschiedene Qualitäten Rohwolle mitgebracht, in Naturtönen oder knallbunt eingefärbt: Wolle des „Coburger Fuches“, eines Schafes mit gold-braunem Kopf und rötliche Grannenhaaren in weißem Fell, oder die Südamerikanische Schnucke, die mehr Haar ist statt Wolle und versponnen ganz glatt wird.

“Spinnen lässt sich eigentlich alles”

Sehr schön ließe sich der „Polarfuchs“ verarbeiten, so der Name einer Wollmischung aus Skandinavien, oder Wolle von den Falklandinseln. „Die ist superweich“, sagt die Expertin Beate Hoppe. Das Tiroler Bergschaf liefere indes ein Material, aus dem sich, eingefärbt und kardiert, „besonders lange Verläufe“ spinnen lassen. Beate Hoppe: „Sie dreht sich sehr gut, aber beim Verzwirnen muss man sehr aufpassen.“

Wer Interesse hat, einmal mitzumachen, ist jederzeit gerne gesehen. Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer jeglichen Alters. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Der nächste Termin ist am Sonntag, 16. Oktober 2016, von 11 bis 17 Uhr, diesmal wieder im Umweltpädagogischen Zentrum Haus Heed.

Spinnen in der Runde, Kirchstraße, Meinerzhagen. Alpaka-Wolle wird mit der Haspel in Form gebracht. 2016 © Foto: Stefanie SchildchenSpinntreffen in Meinerzhagen, konzentriertes Werkeln. 2016 © Foto: Stefanie Schildchen

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