Nadelwerk

Beate Hoppe lädt ein zum Strick-Café

Das Stricken begeistert die Menschen schon seit Jahrtausenden und ist heute ein Hobby, das immer mehr Anhänger findet. © Foto: Beate Hoppe

Einladung zum Strick-Café

Wer nicht mehr im stillen Kämmerlein vor sich hinstricken möchte, ist herzlich für Sonntag, 10. Februar, von 13 bis 17 Uhr zum Treffen der Stricker und Strickerinnen eingeladen /  Bei Kaffee und Kuchen kann man sich mit dem Strickzeug zum regen Austausch einfinden

© Text und Fotos: Beate Hoppe

Meinerzhagen Die Kunst des Strickens ist vermutlich schon im Altertum bekannt gewesen. Auf griechischen Vasen tragen Amazonen sehr eng anliegende strumpfartige Hosen, die schwerlich aus einem gewebten Stoff genäht sein können. Auch in Gräbern römischer Legionäre sind Strümpfe aus einem Maschengewebe gefunden worden. In einem koptischen Grab aus der Zeit um 500 bis 700 n. Chr. ist eine Socke entdeckt worden, die entweder aus Flechttechnik (Nadelbindung) gefertigt oder gestrickt wurde.

Es ist wahrscheinlich, dass die Kunstfertigkeit des Strickens über die Jahrhunderte hinweg in Vergessenheit geriet. Im 13. Jahrhundert wurde in Italien wieder gestrickt; erhalten geblieben sind die Handschuhe Papst Clemens’ V. Auch die Spanier sollen um diese Zeit das Stricken beherrscht haben, sie lernten es von den Mauren. Vieles spricht dafür, dass das Stricken in Amerika selbstständig erfunden wurde. In einer peruanischen Totenstadt fand man einen Handschuh, der vermutlich vor der Zeitenwende entstanden ist.

Italienische Kunsthandwerker führten das Stricken nördlich der Alpen vermutlich wieder ein. In einer Straßburger Zunftordnung ist erwähnt, dass das Gewerbe aus Prag stammt. Aus dem 16. Jahrhundert gibt es viele Zeugnisse über erhalten gebliebene gestrickte Gegenstände, so zum Beispiel im Jahre 1519 von der Herstellung gestrickter Strümpfe aus Nottingham. Von schiffbrüchigen spanischen Seeleuten sollen Bewohner von Fair Isle die Buntstrickerei erlernt haben. Sehr weit verbreitet sind bis heute die Muster von den Aran Inseln.

Als Handwerk wurde das Stricken zur damaligen Zeit nur von Männern ausgeübt. Noch gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Stricken zunftpflichtig. Das Stricken gewann schon nach wenigen Jahrzehnten große Bedeutung. Es wurde vorgeschrieben, dass bei Ablegen der Meisterprüfung ein fehlerloser Strickteppich mit reichen Tier- und Pflanzenornamenten hergestellt werden musste. Der Teppich wurde nach der Herstellung verfilzt und anschließend geschoren. Hierdurch verschwand das Maschenbild und lange Zeit bestanden Zweifel an der Art der Herstellung.

Im 18. Jahrhundert wurde von Marie Antoinette und Friedrich dem Großen behauptet, dass sie in ihren Mußestunden die Stricknadeln zur Hand nahmen. In der Biedermeierzeit, ein Jahrhundert später, wurde mit besonderem Fleiß und Eifer gestrickt. Neben Strümpfen, Handschuhen und Mützen wurden zum Beispiel Decken für den Familientisch, Gardinen und Bettüberwürfe gestrickt.

Im 19. Jahrhundert wurden immer häufiger Strickanleitungen für Röckchen, Mantillen, Umhänge und so weiter abgedruckt. Während des Ersten Weltkrieges wurden in erster Linie warme Dinge für den Winter gestrickt. In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts verlor der handgestrickte Strumpf immer mehr an Bedeutung, die Industrie übernahm die Herstellung. In der Sport- und Trachtenmode behielten die Handgestrickten ihren festen Platz.

Bis in die 1960er-Jahre gab es den Handarbeitsunterricht an den Schulen. Hier erlernten alle Mädchen – und später auch die Jungen – das Stricken, Häkeln und so weiter. Heute ist das Stricken ein Hobby, das immer mehr Anhänger findet.

Wer nicht mehr im stillen Kämmerlein vor sich hinstricken möchte, ist herzlich
für Sonntag, 10. Februar,  in der Zeit von 13 bis 17 Uhr ins Umweltpädagogische Zentrum, Heed 3 in Meinerzhagen zum Treffen der Stricker und Strickerinnen eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen kann man sich mit dem Strickzeug zum regen Austausch einfinden. Interessenten werden gebeten sich unter beatehoppe51@gmail.com oder der Rufnummer 02354 / 4704 anzumelden.

Weitere Informationen

Haus Heed
Umweltpädagogisches Zentrum
Heed 3
58540 Meinerzhagen

Ansprechpartnerin
Beate Hoppe
☎ 02354 / 4704


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